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Steckbrief Kerstin S.:

  • wohnt im Wedding
  • ist 29 Jahre alt
  • ist Doktorandin im Bereich Stadtentwicklung
  • engagiert sich neben der FrAg auch in der Stadtteilvertretung „mensch.müller“

Es ist nicht die erste ehrenamtliche Tätigkeit für Kerstin, die sie für die FreiwilligenAgentur Wedding ausübt. „Ich war beispielsweise während meines Studiums in einer Hochschulgruppe aktiv. Aber beim Umzug kann man sein ehrenamtliches Engagement häufig leider nicht mitnehmen“, sagt die frühere Einwohnerin von Jena. Und so kam es, dass Kerstin sich nach ihrem Umzug dachte, dass ein neues Engagement eine gute Möglichkeit sei, die Stadt Berlin und das noch unbekannte Umfeld besser kennenzulernen.

Und sie musste nicht lange warten, da hatte sie auch schon die Berliner Woche im Briefkasten. „Das ist eine kleine kostenlose regionale Zeitung, die über Neuigkeiten und Vorfälle im Kiez berichtet, aber auch über soziale Organisationen und deren Tätigkeiten. Da habe ich über die FreiwilligenAgentur Wedding gelesen!“.

Beim ersten Treffen mit der Projektkoordinatorin Anna, sagt die aufgeschlossene Soziologin, sei herausgekommen, dass die FreiwilligenAgentur Wedding selbst auch Ehrenamtliche sucht, die die Sprechstunde unterstützen wollen. „Die Beratung der FreiwilligenAgentur Wedding ist ein tolles Angebot“, dachte sich Kerstin und erklärt, dass es neben der Beratung vor allem um Organisatorisches wie die Aktualisierung der Datenbank, aber auch zum Beispiel um Öffentlichkeitsarbeit geht, bei der sie Anna unterstützen kann.

„Ich habe es ja selbst erfahren: Bei meiner Recherche nach ehrenamtlichem Engagement bin ich auf einen Wust von Informationen im Internet gestoßen. Bei der FreiwilligenAgentur kann man gemeinsam in einem Gespräch gezielt passende Einsatzstellen finden, das war für mich wichtig.“

Zwei mal in der Woche kann man die offene Sprechstunde der FreiwilligenAgentur Wedding besuchen, dienstags und donnerstags. Es kommen etwa zwei bis fünf interessierte Freiwillige in die Sprechstunde, gleichzeitig melden sich auch viele per Telefon oder E-Mail. Mit einem kurzen Fragebogen wird der Wunsch der Interessierten abgefragt, zum Beispiel die Arbeit mit Flüchtlingen oder Hausaufgabenhilfe.

„In der Regel finden wir drei passende Angebote im Wedding oder manchmal auch in angrenzenden Stadtteilen, da ist für die meisten was dabei.“

Besonders die vielfältigen Aufgaben und die inhaltliche Ausgestaltung des Ehrenamtes gefallen ihr gut. „Und vor allem bekomme ich Kontakt zu vielen verschiedenen Menschen und einen tollen Einblick in die unterschiedlichsten Beweggründe für ein Engagement“, erzählt Kerstin fasziniert. Auch die Möglichkeit ihr Ehrenamt flexibel je nach eigener Lebenssituation zu gestalten, habe dazu geführt, dass sie nach zwei Jahren immer noch dabei sei.

„Zu Beginn habe ich Anna einmal wöchentlich bei verschiedenen Aufgaben unterstützt. Als ich mit dem Studium fertig war und angefangen habe zu arbeiten, habe ich mir aus Zeitmangel eine konkrete Aufgabe herausgepickt – die Porträts.“ So entstand eine Porträtreihe von ehrenamtlich Engagierten, die durch die FreiwilligenAgentur Wedding an soziale Organisationen erfolgreich vermittelt wurden.

Durch Kerstins journalistische Gabe sind innerhalb eines Jahres zehnsolcher interessanten Porträts entstanden. „Man kann sie auf der Homepage der FreiwilligenAgentur lesen. Wir hatten die Idee, dass manche Leute sicherlich unsicher sind, ob sie einem Ehrenamt gewachsen sind. Durch die Porträts kann man sehen, dass es bei den meisten Engagements keineswegs um besondere Fähigkeiten geht, wie zum Beispiel einem Kind Klavierspielen beibringen. Es gibt vielmehr ein ganz buntes Spektrum von Einsatzmöglichkeiten.“

Sie werde ferner in den Sprechstunden häufig auf die Porträts angesprochen, die den Menschen Motivation geben, sich selbst auch ein Engagement zu suchen. Dies gebe Kerstin Motivation weiter zu machen. Besonders gerne hilft Kerstin, wenn es um Sonderveranstaltungen wie zum Beispiel zum „Tag des Ehrenamtlichen Engagements“ geht. „Dann diskutieren wir im Team und überlegen uns gemeinsam Aktionen, die wir durchführen wollen“, schwärmt Kerstin. „Doch in letzter Zeit reden wir immer häufiger über Finanzierungsmöglichkeiten und das Weiterbestehen der FreiwilligenAgentur.“ Das mache Kerstin traurig, da sie sich Sorgen um das Weiterbestehen der FreiwilligenAgentur macht. Denn Kerstin findet die Arbeit der FreiwilligenAgentur sehr sinnvoll, da sie eine Anlaufstelle ist, die die Nachfrage nach ehrenamtlicher Betätigung und den Bedarf an Ehrenamt zusammenbringe. Sie hofft auf ein langes Fortbestehen dieses tollen Projektes und ihrer Möglichkeit, dieses ehrenamtlich zu unterstützen.